Altbausanierung

Fassade – Zwischenstand

Kommentare 7

Von den Nachbarn gab es schon Lob und Zustimmung für die neue Fassadenfarbe. Das freut mich, weil ich selbst mit dem neuen Anblick noch nicht warm geworden bin. Die Fassade sei „leer“, meinte Malermeister Maas, als ich ihn nach seiner Meinung fragte. Er hatte vorgeschlagen, die Fensterleibungen rundum mit Faschen abzusetzen, wie bei den Nachbarhäusern. Das habe ich abgelehnt, weil ja noch Fensterläden dazu kommen und mir das alles zusammen dann zu unruhig wird. Während ich den Vorschlag prüfte fiel mir aber auf, dass die meisten Häuser in der Stadt solche abgesetzten Fensterumrandungen haben.
Über die neue Fassadenfarbe hatte ich in den vergangenen zwei Jahren oft nachgedacht. Als es dann konkreter wurde, wurde klar, dass nicht nur die Farbe, sondern auch die Art des Putzes eine Entscheidung verlangte. Von dem alten Putz wollte ich mich ja erstmal gar nicht trennen, weil er mir besonders gut gefiel. Ein durchgefärbter Kratzputz:

verblichen grüner Putz, nah

Im alten Kratzputz konnte man grobe Sandkörner und glänzend weiße Steinchen erkennen. Das machte die Fassade lebendig.

Immerhin habe ich durch eine gewisse Beharrlichkeit erreicht, dass ich wieder einen durchgefärbten Mineralputz bekomme. Allerdings, hieß es, müsse der nachträglich in derselben Farbe überstrichen werden. Durch diesen „Egalisationsanstrich“ würde ein gleichmäßiges Farbbild gewährleistet.
Viele Fassaden sehen aus der Nähe betrachtet aus, als wäre der Putz mit einer Gummihaut überzogen. Der Grund: Kunstharzfarben sind „filmbildend“, das soll die Fassade länger sauber halten. Gefällt mir aber nicht. Also habe ich ausführlich recherchiert, ob es nicht vielleicht auch ohne Egalisationsanstrich gehe. Im technischen Merkblatt der Farbe steht: „Schädlich für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkung haben.“ Die Farbe enthält Siloxane, die mit der Zeit vom Regen ausgewaschen und in die Kanalisation gespült werden. Also noch ein Nachteil der Egalistation genannten Gummihaut.

Doppelt gemoppelt gegen Moos, das hier nie wächst

Über den von mir gewählten Putz heißt es: „Ein weiterer Vorteil von mineralischem Außenputz ist sein hoher pH-Wert. Er wirkt alkalisch und macht die verputzte Fassade weniger anfällig für den Befall durch Schimmelpilze, Moos und Algen.“ Über die Egalisationsfarbe heißt es im Technischen Merkblatt: „Mit Filmkonservierung für eine verzögernde und vorbeugende Wirkung gegen Algen- und Pilzbefall.“
Nebenbei gesagt ist diese Fassade nach Süden gerichtet und wird nie Moos oder Algen ansetzen. Warum also einen Anstrich mit „Unkrautvernichtungsmittel“ aufbringen.
Ich bin das Risiko eingegangen, auf den Egalisierungsanstrich zu verzichten, und sieh an: Die Fassade ist gleichmäßig und makellos, soweit ich sehe.
Jetzt fehlen noch die Fensterläden, die Blenden auf den Entlüftern, die Senkrechtmarkise und die Absturzsicherung für das Gaubenfenster.
Vielleicht komme ich heute noch dazu, die alte Hausnummer wieder anzubringen.

zwei Fotos Rheinstraße34 - -alt und neu

Rheinstraße 34 heute und gestern. Obwohl nicht eigentlich „schön“, hatte das alte Haus mehr Charakter. Den wird das neue mit der Zeit auch bekommen.

7 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.