Mittelrheintal Sankt Goarshausen

Heiße Eisen

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Zu den Themen, an denen man sich in Sankt Goarshausen leicht die Finger verbrennen kann, gehört zweifellos der Kran am Rheinufer. An ihm scheiden sich wirklich die Geister, etwa so wie an den Fragen „Rheinbrücke – Ja oder Nein?“ oder (viel weniger heiß) „Sommerrodelbahn – Ja oder Nein?“
Ich sehe den Kran vom Haus aus, wenn ich Richtung Loreleyfelsen blicke. Er steht am Rheinufer auf einer Brache, die gern von Wohnmobilisten als Stellplatz genutzt wird.

Der Häusener Kran. Portaldrehkran Baujahr 1917, Industriedenkmal

Der Häusener Kran. Portaldrehkran Baujahr 1917, Industriedenkmal

Anfangs habe ich den Kran im Gespräch mit den Nachbarn hier völlig arglos erwähnt. Ich hatte in der Denkmalliste gesehen, dass er unter Schutz steht. Doch an den Reaktionen habe ich gemerkt, dass das Thema irgendwie belastet ist. Herr Raab hat mich freundlicherweise aufgeklärt: Der Kran, mit dem nicht nur Holz, sondern auch Sand, Kies und Kohle verladen wurde, hat im wahrsten Sinn des Wortes Staub aufgewirbelt. Er habe „viel Dreck gemacht, und die Leute haben keine angenehmen Erinnerungen daran“. Das Foto, das mir Kissels freundlicherweise gegeben haben, illustriert das.

Häusener Kran am Rheinufer, Holzstöße zur Verladung, Frachtschiff, im Hintergrund der Loreleyfelsen

Der Häusener Kran, vermutlich in den 1950er Jahren. Im Hintergrund rechts der Loreleyfelsen.

Dazu kommt, dass das Gelände, auf dem der Kran steht, dem Wasser- und Schifffahrtsamt gehört, das den Uferstreifen gern frei halten möchte, um hier im Notfall havarierte Schiffe zu leichtern. Zu diesem Punkt gibt es eine Geschichte aus der jüngeren Vergangenheit, über die ich bei Gelegenheit noch berichten werde. Sicher ist: Es gibt einiges, was den Erhalt des Häusener Krans schwierig macht. Auch die Kosten für eine notwendige Sanierung, die laut einem Gutachten knapp 200.000 Euro betragen würden.

Häusener Kran

Häusener Kran

Noch ist völlig offen, wie es weiter geht. Der Häusener Kran ist ein Stück Industriekultur. Er kann eine Ahnung davon geben, dass dieser Ort eine Geschichte hat. Eine Geschichte von menschlichem Arbeiten und Handeln. Ich empfinde das als sehr anrührend, und nicht, wie hier offenbar befürchtet wird, als eine Störung der Rheinromantik.
Der Förderverein „Häusener Kran“ e.V. setzt sich für den Erhalt des Krans ein und informiert über seine Geschichte. Darüber gibt es noch einiges zu sagen. Weitere Links einstweilen auf der Facebook-Seite des Häusener Krans.

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